Auch für Kunden ohne Riester-Vertrag klingt das neue Altersvorsorgedepot (AVD) zunächst attraktiv: einfache Struktur, Kapitalmarktbezug, staatliche Förderung.

Doch ein genauer Blick zeigt: Der Nutzen steht und fällt mit der Förderung.

Klar, dass sich das Modell vor allem dann rechnet, wenn die staatliche Unterstützung hoch ausfällt – konkret in der Größenordnung von bis zu 50 % Förderung, und die gibt es für die ersten in den Vertrag eingesparten 360 € im Jahr. Darüber hinaus wird das AVD im Vergleich zu bestehenden Lösungen (z. B. Fonds, Versicherungsmantel, Basisrenten) in vielen Fällen (abhängig vom persönlichen Jahreseinkommen) deutlich an Attraktivität verlieren.

Heißt, die von vielen Stimmen landauf landab geschürten Erwartungen sind höher als das, was am Ende tatsächlich beim Kunden ankommt.

Ein weiterer wichtiger Punkt:
Die konkreten Produkte sind noch gar nicht am Markt. Aktuell ist davon auszugehen, dass die ersten Angebote frühestens im Herbst 2026 verfügbar sein werden. Und dann wird der Satz gelten: „Vergleich macht reich“.

Fazit:
Für Nicht-Riester-Kunden besteht aktuell kein Handlungsdruck. Im Gegenteil: Wer heute vorschnell entscheidet, verzichtet unter Umständen auf bessere, marktreife Lösungen.

Die schlauere Strategie lautet aktuell: beobachten, einordnen – und dann gezielt entscheiden.