Die Regierungspartei SPD hat vorgeschlagen, die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich anzuheben – von derzeit 5.512,50 € auf rund 8.000 € monatlich. Damit sollen vor allem Gutverdiener stärker zur Finanzierung der Krankenkassen beitragen. Während die SPD dies als Beitrag zur Stabilisierung sieht, warnt die Union vor Nachteilen für den Wirtschaftsstandort. Es ist also nichts entschieden, der Vorschlag ist aber auch nicht vom Tisch.

Für Versicherte mit Einkommen oberhalb der aktuellen BBG würde das spürbare Mehrkosten bedeuten. Wer z. B. 6.000 € brutto verdient, müsste künftig mit rund 80–90 € mehr im Monat rechnen. Bei 7.000 € brutto läge die Mehrbelastung bei etwa 250 € monatlich und bei 8.000 € bei fast 400 €. Und das käme zum ohnehin jährlich steigenden Höchstbeitrag (aktuell: 1.174,16 € inkl. Pflegeversicherung) noch oben drauf.

Für Gutverdiener lohnt es sich deshalb noch mehr, die Private Krankenversicherung (PKV) als Alternative zu prüfen. Hier richtet sich der Beitrag nicht nach dem Einkommen, sondern nach Alter, Gesundheitszustand und gewählten Leistungen. Und es ist kein Geheimnis, dass Privatversicherte vor allem von kürzeren Wartezeiten, schnellerem Zugang zu Fachärzten und individuellerer Versorgung profitieren – im Krankenhaus falls gewünscht sogar mit Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung oder Einzelzimmer. Und ein heute 35-jähriger bekommt Top-Tarife für weniger als 800 € im Monat, also mehr als 500 €/mtl. weniger als der oben genannte GKV-Höchstbeitrag mit neuer BBG.

Zwar sorgt die PKV mit Altersrückstellungen für Stabilität im Alter, eine weitere Ausfinanzierung macht in den meisten Fällen trotzdem Sinn. Da gibt es Möglichkeiten, die einkommensteuerlich ansetzbar sind. Und der Arbeitgeber beteiligt sich an der PKV ja auch noch, nämlich mit einem Zuschuss von bis zu 471 € monatlich.

Fazit: Eine BBG-Anhebung belastet Spitzenverdiener in der GKV zusätzlich, die Alternative PKV sollte auf jeden Fall geprüft werden.